Spekulationen, Wegwerf-Agenten und der Worst-Case (4/6)

Shownotes

An Tag 3 des Blackouts verselbständigten sich auf Social-Media-Plattformen unbestätigte Spekulationen: Was, wenn das Bekennerschreiben gar nicht von einer linksextremen Vulkangruppe stammt? Könnte der russische Geheimdienst dahinterstecken?

Um diese Gerüchte und um die Frage, wie feindliche Staaten unsere Energieversorgung tatsächlich bedrohen, geht es in Folge 4. Außerdem wollen wir wissen: Kann man einen solch folgenschweren Anschlag auf die Stromversorgung verhindern? Und wie gehen die Menschen in der Ukraine mit den ständigen Angriffen auf das Stromnetz um?

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Recherche: Boris Buchholz, Alexander Fröhlich, Julius Geiler, Sonja Gillert, Christian Latz, Sebastian Leber, Kai Müller, Anke Myrre, Valeriia Semeniuk und Karsten Wiedemann
Skript: Sonja Gillert und Julius Geiler
Schnitt: Elisabeth Krafft, Hilda Lücker und Marvin Schwarz
Produktion, Sounddesign und Musik: Marvin Schwarz
Mitarbeit: Hilda Lücker, Melanie Probandt, Sandra Schumann und Morten Wenzek
Redaktion: Sidney Gennies und Sonja Gillert
Cover-Art: Manuel Kostrzynski Ein Dank geht an Laura Himmelreich, Muhammad Abdi, Cristina Plett, Nassim Rad, Raissa Schreiner und Mascha Fouquet

Für das Sounddesign des Podcast wurde teilweise unterstützend KI eingesetzt.

Transkript anzeigen

00:00:02: Tagesspiegel.

00:00:07: Tag drei des Stromausfalls in Berliner Südwesten.

00:00:10: Die Kitas und Schulen bleiben an diesem Montag wegen des Black Outs geschlossen, immer noch haben Zehntausende Menschen keinen Strom und keine Heizung.

00:00:20: auf den Straßen liegt Schnee ist friert und das merkt man mittlerweile deutlich in den Wohnungen.

00:00:26: Es war wirklich

00:00:27: mehr die Kälte muss man sagen in einen hochgekochen ist.

00:00:32: Und wir haben uns

00:00:33: auch überlegt, wie das sein muss.

00:00:34: Gerade ältere Menschen, die vielleicht auch über achtzig, fünfmal achtzig sind... ...die vielleicht alleine sind und gar nicht

00:00:41: rauskommen.".

00:00:43: Für Kai Ehrenschneider und seine Frau Tatjana ist jetzt der Moment gekommen, indem sie es zu Hause nicht mehr aushalten.

00:00:50: Zehn, elf Grad seien es nur noch gewesen!

00:00:52: Sie packen ihre Sachen und ziehen zu Freunden.

00:00:55: Wenn Kai Ehrenschneider an die Tage ohne Heizung und Strom zurückdenkt, kommt er auf Menschen zu sprechen.

00:01:02: Die hunderte Kilometer weiter östlich leben.

00:01:04: Wenn man so an die Ukraine denkt für Millionen von Menschen findet da ja gar nicht statt weder Strom

00:01:09: noch Wasser

00:01:10: etc.

00:01:11: Und das ist

00:01:12: dann glaube ich nochmal eine neue Dimension wenn man auch kein Wasser

00:01:15: hat

00:01:15: Man kann nicht auf Toilette gehen.

00:01:16: also das war ja zum Glück nicht der Fall.

00:01:19: Seit twenty-twoundzwanzig bombardiert das russische Militär besonders im Winter gezielt die Energieversorgung in der Ukraine.

00:01:27: Millionen Menschen sind dann bei minus zehn, minus zwanzig Grad ohne Strom und Heizung was das mit der Resilienz der Ukraine zu tun hat und was wir daraus lernen können.

00:01:37: dazu später mehr

00:01:42: Russland!

00:01:43: Das hört man an diesem dritten Tag des Stromausfalls aber nicht nur in Gedanken an die Ukraine.

00:01:48: In Berlin kursieren unbestätigte Spekulation über die Täter aus der Kleingartenanlage.

00:01:54: In sozialen Netzwerken verselbstständigt sich eine Theorie, was wenn das Bekenner schreiben gar nicht von einer linksextremen Vulkangruppe stammt?

00:02:03: Könnte ein Geheimdienster hinterstecken zum Beispiel der Russische?

00:02:07: Um diese Spekulation und um die Frage wie feindliche Staaten unsere Energieversorgung tatsächlich bedrohen darum geht es in dieser Folge.

00:02:17: Außerdem wollen wir wissen, kann man einen solch folgenschweren Anschlag auf die Stromversorgung verhindern?

00:02:23: Und wenn ja ... Wie verwundbar sind wer.

00:02:52: Mein Name ist Julius Geiler, Reporter beim Tagesspiegel.

00:02:55: Und ich bin Sonja Gillardt, Journalistin beim Tagespiegel.

00:02:59: und das ist Folge vier Spekulationen, Wegwerfergenten und der Worst

00:03:04: Case.

00:03:10: An Tag drei des Black Outs wollen zwei bekannte CDU-Politiker nichts ausschließen.

00:03:15: Roderich Kiesewetter gibt Weltfernsehen ein Interview, er verweistern auf holpriges Deutsch in dem Bekennerschreiben zu den Brandanschlag.

00:03:23: Also der

00:03:24: Linksextremismus kann entweder nicht richtig Deutsch

00:03:27: oder er lässt

00:03:27: sich vorschreiben

00:03:29: was er sagen soll.

00:03:30: also das ist etwas

00:03:31: was sehr

00:03:32: intensive Analyse bedarf.

00:03:34: es ist nichts auszuschließen.

00:03:37: Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polen spekuliert auf X in einem Post.

00:03:43: Mich würde interessieren, ob die gewalttätige linksextremistische Vulkangruppe Kontakte zum russischen Geheimdienst hat.

00:03:51: All das befördert Spekulationen-Dikosien.

00:03:54: Belege dafür, dass der russische Geheimdiester hintersteckt, gibt es keine!

00:03:59: Trotzdem finden solche Vermutungen in Zeiten des Russischen Kriegs gegen die Ukraine schnell Gehör.

00:04:05: Wir wollen wissen, worauf diese Spekulationen basieren.

00:04:09: Unser Kollege Sebastian Leber, der sich für den Tagesspiegel mit Extremismus beschäftigt hat sich die Argumente genau angesehen.

00:04:16: In sozialen Netzwerken kursieren Beiträge in denen behauptet wird das Bekennterschreiben aus dem russischen übersetzt worden sei zum Beispiel seien die Namen des amerikanischen Vizepräsidentinnen und der Berliner Senatoren Giffey falsch geschrieben und dann wird diskutiert ob das die korrillische Umschrift ist

00:04:32: Und dass es nicht alles.

00:04:33: Mit Blick auf das Bekennerschreiben haben Leute dann argumentiert, dass einzelne Vokabeln im Schreiben gar nicht in der linken Szene verwendet würden.

00:04:41: Zum Beispiel der Begriff imperiale Lebensweise.

00:04:45: und da ist es aber so, dass dieser Begriff sehr wohlverwendet wird, aber unter Jüngeren also Menschen die sich zum Beispiel über die Klimabewegung politisiert haben und ältere aus anderen Linkens zusammenhängen, die denken halt Ja, ich kenne das nicht.

00:04:57: In meinem Kosmos kommt es nicht vor also sprechen Linke da nicht so oder steckt oft eher ein Wahrnehmungsbeis dahinter würde ich denken.

00:05:04: Es kommt eins zum anderen und aus all den vermeintlichen Hinweisen wird eine Theorie gestreckt.

00:05:10: Dieses Gerücht ist deshalb entstanden weil viele sagen dieser Anschlag der war so niederträchtig.

00:05:15: Das können ja gar keine Linken gewesen sein Weil das würde er gegen linke Werte verstoßen Und stattdessen könnte zb der russische Geheimniedsel hinterstecken Der halt falsche Pferden legt.

00:05:25: Und das klingt auch erstmal logisch, weil Russland ja tatsächlich versucht mit Sabotage-Akten und so Demokratie zu destabilisieren.

00:05:32: Auch mit Angriffen auf unsere kritische Infrastruktur.

00:05:35: dieser hybride Krieg von Russland ist sehr real.

00:05:38: Passend würde es also jedenfalls wenn man vom Weiten drauf schaut!

00:05:44: Auch auf der täglichen Pressekonferenz des Krisenstabs des Senats im Roten Rathaus wird an diesem Montag gefragt.

00:05:51: Könnte Russland dahinter stecken?

00:05:53: Marco Langner, der Vizepräsident der Berliner Polizei verweist auf das Bekennerschreiben.

00:05:59: Die Prüfung, die wir vorgenommen haben auch mit dem BKA weisen auf diese Vulkangruppierung hin und zwar sehr deutlich.

00:06:07: Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an und können damit sagen es kommt aus dem linksextremistischen Bereich.

00:06:17: Es gibt kein Hinweis darauf, dass Russland oder andere ausländische Akteure hinter diesem Anschlag stecken könnten.

00:06:23: Und das ist bis zum Erscheinen dieses Podcasts

00:06:25: so.".

00:06:29: Doch wenn es um die Frage geht – wer grundsätzlich unsere kritische Infrastruktur bedroht?

00:06:34: Dann muss man wie Sebastian schon erwähnt hat auch über Russland sprechen!

00:06:39: Denn die Bedrohung durch hybride Angriffe ist real….

00:06:43: Dazu gehören Sabotage an Stromversorgung in Verkehr- und Transportnetzen, aber auch Desinformationen.

00:06:50: Das Ziel dahinter ist das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat zu schwächen und die Gesellschaft zu destabilisieren.

00:06:57: Der Leiter des Bundeskriminalamtes hat dem Tagesspiegel Ende twenty-fünfundzwanzig gesagt, dass Deutschland seit dem Beginn des Ukrainekrieges immer stärker.

00:07:11: Es gibt einen ganz konkreten Fall, der das Paradebeispiel für solche Sabotage-Aktion feindlicher Staaten ist.

00:07:18: Im Sommer im Jahr zwanzig brand in einem DHL Logistikzentrum am Flughafen Leipzig Halle ein Päckchen.

00:07:25: Darin versteckt ein Brandsatz – nicht das einzige Paket, das explodiert!

00:07:29: Auch in Birmingham und Warschau kam es zu solchen Vorfällen.

00:07:33: Hinter diesen Taten soll ein sogenannter Wegwerfergenz

00:07:37: stecken Wegwerfagenten, das klingt ein bisschen wie aus einem James Bond Film.

00:07:43: Aber Wegwerfergenten sind keinem Agentenfilm in Sprung?

00:07:47: Der Terrorismus-Forscher Peter Neumann, den ihr bereits aus früheren Folgen kennt, erklärt das so...

00:07:53: Diese sogenannten Wegwerv-Agenten ist ein neues Modell was auch die Russinnen der russischen Militärgeheimdienst ganz offensichtlich praktiziert.

00:08:02: Leute werden im Internet rekrutiert Typischerweise auf Russland.

00:08:06: freundlichen Telegram-Kanälen werden angeworben.

00:08:11: Eine Recherche von WDR und NBR hat ergeben, dass allein im letzten Jahr dreihundertundzwanzig Sabotage Verdachtsfälle verzeichnet wurden.

00:08:21: Diese Entwicklung führen Geheimdienste teils auf Wegwerfergenten zurück.

00:08:26: Es ist laut Neumann kein Zufall das wir immer häufiger von solchen Wegwerfagenten hören.

00:08:31: Das hat zwei Gründe, was das jetzt passiert.

00:08:34: Erstens natürlich die Tatsache dass es möglich ist, dass man eben durch das Internet, durch soziale Medien, durch Telegram eben die Möglichkeit hat Leute zu finden, die eigene Sache unterstützen oder die man dafür bezahlen kann bestimmte Dinge durchzuführen auch von weitem weg.

00:08:51: und der zweite Grund

00:08:53: viele

00:08:54: russische Geheimdienstmitarbeiter aus europäischen Ländern entfernt wurden seit Jahrzehnte.

00:09:01: Also viele würden rausgeschmissen und der ist eben jetzt aus der Not wurde sozusagen eine Tugend

00:09:07: gemacht.".

00:09:08: Es sind nicht nur Brandanschläge oder Paketbomben, also physische Angriffe die kritische Infrastruktur treffen können.

00:09:15: Stromversorger berichten über ein Anstieg an Cyberattacken.

00:09:20: Bei solchen Cyberangriffen kommen laut Neumann auch sogenannte Cyber-Hacker-Kollektive zum Einsatz.

00:09:26: Wenn man staatlicher Aktur ist, ist das eigentlich die beste und angenehmste Lösung denn erstens muss man nicht direkt vor Ort sein und zweitens hat man Die Möglichkeit zu verneinen, dass man überhaupt mit diesem Angriff etwas zu tun hat.

00:09:41: Es wird wahrscheinlich niemals vollkommen bewiesen werden können, das man selbst dafür verantwortlich war, weil es war ja dieses Hacker-Kollektiv, das irgendwo in Myanmar sitzt oder in Rumänien oder in Moldau oder eben in Russland.

00:09:56: Angesichts dieser Lage soll in Deutschland eine neue Sicherheitsbehörde entstehen ein Abwehrzentrum gegen hybride Bedrohungen in dem Nachrichtendienste und Polizei zusammenarbeiten, direkt den Verfassungsschutz unterstellt.

00:10:10: Doch das ist noch im Planung.

00:10:15: Sabotageakte von wem auch immer aber auch Naturkatastrophen treffen unsere Infrastruktur und damit unseren Alltag.

00:10:23: Um besser auf derartige Szenarien vorbereitet zu sein hat das Land Berlin nach dem Blackout eine Expertenkommission einberufen.

00:10:30: Sie soll Berlin zur Modellstadt für Krisenfestigkeit machen.

00:10:35: Ihr erinnert euch?

00:10:36: In der Kommission sitzt auch Albrecht Brömme, der frühere THW-Präsident, der in seinem Berufsleben schon so viele Krisen gemanagt hat.

00:10:44: Er kommt in unserem Gespräch über den Berliner Blackout auf die Ukraine zu sprechen.

00:10:49: Für Brömma kann Deutschland von der Ukraine einiges lernen.

00:10:53: Resilienz, Resilience und die Bevölkerung muss informiert sein was sie tun muss um zu überleben.

00:11:04: Wir wollen wissen, was das genau bedeutet.

00:11:07: Unsere Tagesspiegel-Kollegin Valeria Semenyuk hat deswegen mit Oleksandr Prokodin gesprochen.

00:11:14: Der Zweiundvierzigjährige ist der Gouverneur des Oplastreson.

00:11:18: Die Region liegt ganz im Süden der Ukraine und ist nur wenige Kilometer von der Frontlinie entfernt.

00:11:24: Valeria erreicht Prokoden unterwegs im Auto.

00:11:29: In der Region Kherson greifen die Russen die kritische Infrastruktur mit besonderer Härte und Hartnäckigkeit an.

00:11:36: Und das passiert nicht einmal oder zweimal im Monat wie in Kiew, oder einmal pro Woche wie in Kharkiv.

00:11:42: Bei uns sind es täglich Hunderte von Einschlägen – Drohnen, Atelierie,

00:11:46: Geschosse.".

00:11:48: Der Oblast Kherson ist eine der ukrainischen Gegenden, in der die Menschen am heftigsten unter dem Krieg leiden.

00:11:57: Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Teil unseres Stromsystems beschädigt wird.

00:12:01: Leitungen, Transformatoren oder Verbindungen – wir haben gelernt sehr schnell zu reparieren und stellen die Stromversorgung meist innerhalb eines Tages in den betroffenen Ortschaften wieder her.

00:12:12: In der Region Kherson gibt es daher praktisch überall Strom mit höchstens einen bis zweitägigen Unterbrechungen in einzelnen Orten.

00:12:20: Bei Bedarf schalten wir Leitung um, haben unterirdische Netze aufgebaut und Umgehungssysteme eingerichtet.

00:12:27: Für die Sicherstellung der Stromversorgung unter diesen Bedingungen setzt Prokodin auch auf erneuerbare Energien.

00:12:36: Wir installieren Solaranlagen, auf jedem Objekt kritischer Infrastruktur mit Batterien.

00:12:41: So decken wir ein Teil unseres Energiebedarfs selbst.

00:12:45: Das hilft wirklich denn wir haben etwa zweihundertvierzig Sonnentage im Jahr.

00:12:49: Im Sommer kam fünfzig Prozent der Energie aus Solarenergie.

00:12:53: Auch Deutschland, Herr Sons Partnerbundesland Schleswig-Holstein liefert Unterstützung für Solarpaneele und Speicher.

00:13:00: Damit würden ein Krankenhaus und Bildungseinrichtungen versorgt.

00:13:04: Dann kommt auch Prokodin auf das zu sprechen was der Katastrophenexperte Brömme betont.

00:13:11: Resilienz bedeutet konkrete Dinge ausreichende Reserven an Material und Ausrüstung um schäden schnell beheben zu können gut vorbereitete Fachkräfte die wissen was zu tun ist und keine Angst haben, klare Abläufe für Krisensituationen.

00:13:27: Darauf muss man sich vorbereiten durch Training- und Planung – nicht erst wenn Raketen einschlagen sondern schon im Vorfeld die kritische Infrastruktur

00:13:35: schützen.".

00:13:39: An Tag drei des Stromausfalls erscheint ein Zeitungsartikel in dem es um die Ukraine und die Stromversorgung geht.

00:13:46: Die Überschrift?

00:13:47: Während in Berlin das Licht ausgeht!

00:13:54: Tatsächlich sind laut der Berliner Wirtschafts- und Energiesenatorin Franziska Giffey von der SPD an diesem Montag in Berlin alle verfügbaren Notstromgeneratoren im Einsatz.

00:14:06: Aber hängt das mit der Ukraine zusammen?

00:14:09: Da kann man ganz klar sagen, nein!

00:14:12: Diese Nachricht zeigt einmal mehr wie sich in der Krise populistische Narrative durchsetzen können und Falschmeldungen verbreiten.

00:14:19: Die deutsche Bundesregierung und das technische Hilfswerk haben in den vergangenen Jahren tatsächlich rund tausend siebenhundert Stromgeneratoren an die Ukraine geliefert.

00:14:28: Aber die wurden laut THW explizit für den Einsatz in dem Land angeschafft, nicht einfach aus dem deutschen Vorrat

00:14:35: entnommen.".

00:14:37: Das Problem im Januar war ein anderes, sagt Krisenexperte Brömme – Nicht etwa eine zu geringer Anzahl an Stromgeneratorinnen in Deutschland.

00:14:45: Seiner Meinung nach lief folgendes schief…

00:14:49: Die Stäbe, die gearbeitet haben, haben wir zum Teil auch nebeneinander gearbeitet.

00:14:52: Sieht auf seinem Feld also das ist kein Durcheinander aber ein Nebeneinander und z.B.

00:14:58: keine auf die Idee gekommen beim gemeinsamen Lagerzentrum von Bund-und Ländern anzufragen.

00:15:04: Wir brauchen jetzt mal heute zwanzig Notzumache Grad und zwar in der Kategorie.

00:15:10: Brömme ist überzeugt man hilft sich in der Krise.

00:15:14: Letztlich haben auch mehrere Bundesländer und andere Stromnetzbetreiber Berlin Notstromgeneratoren angeboten, und auch geliefert.

00:15:22: Die Krisenstäbe hätten aber noch kreativer denken können, findet Brömmel.

00:15:26: Die Bauwirtschaft hat in Berlin wahrscheinlich immer hundert oder zwundert Notstromregate.

00:15:32: Es war gerade winterstoppt, da wurde ja nicht gebaut, da hätte man holen können.

00:15:37: Also die Sorge dass wir nicht genug Notstrom hinkriegen können war bei vielen groß waren wir bei Lichte betrachtet unbegründet.

00:15:46: Doch eines wird laut Brömme schnell vergessen, der passende Anschluss für die Aggregate.

00:15:52: Wenn ich einen alten Heim habe wo sowas nicht existiert dann muss ich sagen hab da Pech gehabt, da müsst ihr eben evakuieren selber Schuld.

00:15:59: und wenn das heißt wir haben dafür kein Geld dann muss sich sagen er würde so ein Heim lieber zumachen.

00:16:03: also das ist ein Risiko was ich einfach nicht gehört.

00:16:09: Apropos Notstrom-Aggregate Wir möchten natürlich gern von euch wissen, macht ihr euch Gedanken darüber wie ihr auf Stromausfälle, Naturkatastrophen oder andere Krisen vorbereitet seid?

00:16:21: Habt ihr Kurbelradios und Vorräte angeschafft – oder eher keinen Plan.

00:16:26: Was sind eure Fragen zum Katastrophenschutz und der Krisenvorbereitung in Deutschland?

00:16:43: Im Blackout geht es an diesem Montag ums Durchhalten.

00:16:47: Für die Menschen ohne Strom, die auf die Rückkehr in ihren Alltag warten.

00:16:51: Aber auch für diejenigen, die Verantwortung für das Krisenmanagement tragen.

00:16:55: Die Bürgermeisterin des betroffenem Bezirks Stegelzehlendorf Maren Schellenberg erinnert sich zurück.

00:17:01: Ich war eigentlich von halb acht bis abends um zehn die ganzen Tage hier im Bezirk und viele andere auch.

00:17:09: Solange mal was tun konnte funktioniert man ja Aber in dem Augenblick, wenn man dann zu Hause ist, kommt plötzlich die ganze Um Gotteswillen.

00:17:18: Wie sollen wir das eigentlich alle noch bis Donnerstag aushalten?

00:17:24: Immerhin haben an diesem Montag die Pflegeheime fast alle wieder Strom.

00:17:28: Einige Supermärkte können dank Notstromaggregaten wieder öffnen und das Ordnungsamt hilft mit an Türen zu klopfen um Hilfsbedürftige zu finden.

00:17:37: Auch das Informationsproblem der ersten beiden Tage scheint im Griff.

00:17:41: Nach und nach funktioniert das Handynetz wieder, und der Bezirk verteilt Zettel auf den steht wo Strom, Wärme ein Bett oder heißer Tee zu bekommen

00:17:49: sind.".

00:17:51: Der Berliner Senat setzt am Montag auf die Bundeswehr – Das Amtshilfegesuch ist gestellt, erklärt Innsenatorin Iris Spranger Montagmittag vor Journalisten.

00:18:00: Die Bundeswehr wird uns massiv mit Technik und allem unterstützen.

00:18:06: Und wir sehen, wie notwendig es ist.

00:18:13: Am Abend treffen die Soldaten ein.

00:18:15: Mit Tankwagen versorgen sie viel Notstromaggregate mit ausreichend Diesel.

00:18:20: Außerdem verteilen sie in den nächsten Tagen warmes Essen.

00:18:23: Für Albrecht Brömme ist dieser Bundeswehreinsatz ein dramatisches Zeichen für unsere Krisenfestigkeit.

00:18:30: Wenn Chironisch spielen die Bundeswehr, zukünftig keine.

00:18:33: Weil die Bundeswähr allenfalls Selbstunterstützung braucht aber uns nicht unterstützen

00:18:37: kann.".

00:18:38: Im Ernstfall einem Angriff sei dieses Vertrauen in die militärischen Kräfte eine falsche Sicherheit.

00:18:45: Aber das sagt die Bundesware allen halten?

00:18:48: Das ist kein Geheimnis!

00:18:49: Das ist auch ein Verrat am Volk sondern es einfach eine Begrenzung der Möglichkeiten, die die Bundeswehre selbst hat.

00:18:58: Eigentlich müssten wir über die vielbeschworene Resilienz sprechen.

00:19:02: Also, wie bleiben wir im schlimmsten Fall handlungsfähig?

00:19:05: Und wie kommen die entscheidenden Infos im Ernstfall schneller zu den Menschen als nach drei Tagen per Handzettel?

00:19:12: Am Montag geht es aber erst einmal um eine ganz andere Debatte – Die löst der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, der CDU Politiker Herbert Reul mit einem Eingeständnis aus!

00:19:22: Ein solcher Stromausfall wie in Berlin könnte auch NRW das einwohnerstärkste Bundesland treffen, sagt er dem WDR.

00:19:30: Seine Begründung?

00:19:32: Wir haben sogar im Vorlaut der transparenten Redist alles schön öffentlich gemacht.

00:19:37: wobei welcher Knotenpunkt ist?

00:19:39: wobei welche

00:19:40: Stromverbindung

00:19:40: ist?

00:19:41: alles transparent und öffentlich?

00:19:43: und ja dass sich jetzt zur Verfügung der ihnen nicht gehören wollen.

00:19:48: Das Thema ist gesetzt Wie kann die kritische Infrastruktur sicherer werden?

00:19:52: Politiker überbieten sich mit Vorschlägen.

00:19:55: Auch bei der täglichen Pressekonferenz des Krisenstabs im Roten Rathaus geht es um Rolls Transparenteritis, Berlins Insenatorin zieht daraus Konsequenzen.

00:20:06: Deshalb bin ich absolut gegen diese Transparenz und die Bundesregierung muss das so schnell wie möglich auch verändern damit wir diese Verpflichtung nicht mehr haben und dann dagegen vorgehen

00:20:16: können.".

00:20:18: Der regierende Bürgermeister Kai Wegener und die Stromnetzbetreiber stimmen ein.

00:20:23: Klingt simpel, weckt mit der Transparenz des Stromnetzes und alles wird sicherer.

00:20:28: Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht.

00:20:30: Zum Beispiel findet man natürlich auch auf Satellitenbildern bei Google Maps Strommasten.

00:20:35: Es werden kritische Stimmen laut.

00:20:38: Dafür kriege ich aber im Gegenzug wenn ich Informationen zukünftig geheim halte den Mehrwert das Tiefbauarbeiten mehr Baggerbisse erzeugen werde.

00:20:48: Das heißt ein Tiefbauer baggert versehentlich ein Kabel an.

00:20:53: Das ist Manuel Artuk, er hat die AG-Kritis gegründet – ein Think Tank das zu den Themen Cyberkriminalität und dem Schutz der kritischen Infrastruktur berät.

00:21:03: Transparenz in einer Demokratie ist wichtig.

00:21:06: Transparent sorgt nämlich dafür dass Mauscholeien und Frisch unterblieben wird oder ebenso wie hier öffentlich benannt wird.

00:21:15: Kurz nach dem Anschlag macht einen anderer Vorschlag zur Sicherung der Strominfrastruktur die Runde Videoüberwachung für entscheidende Knotenpunkte.

00:21:24: Was damit gemeint ist, sieht man an der Anschlagsstelle – der Kabelbrücke in der Kleingartensiedlung.

00:21:29: Die Kleingärten links und rechts davon sind mittlerweile durch Flutlichter hell erleuchtet.

00:21:35: An einem Mast sind außerdem Kameras befestigt.

00:21:38: Rund um die Uhr bewachen Sicherheitsmitarbeiter die Anschlagstelle.

00:21:42: Der Netzbetreiberstromnetz Berlin rüstet auf!

00:21:45: Man will einen zweistelligen Millionen-Betrag in den Schutz der Infrastruktur investieren.

00:21:50: Zwei Hundert Kameras mit KI-Sensoren wurden bereits installiert.

00:21:54: Hundert dreißig Sicherheitskräfte bewachen wichtige Anlagen.

00:21:57: Zusätzlich sollen stärkere Zäune bald mögliche Täter abschrecken.

00:22:02: Stromnetz Berlin betont?

00:22:04: Über die Kameras kann man Eindringlinge sogar aus der Securityzentrale ansprechen!

00:22:12: Manuel Artuk von der AG Critis zweifelt allerdings daran, dass diese Maßnahmen tatsächlich Sabotageaktionen verhindern werden.

00:22:21: Diese Leute haben vorsätzlich einen sehr großen Schaden bewirkt.

00:22:25: Nur weil da eine Kamera steht, sagen die dann ach nee lass mal lieber nicht angreifen.

00:22:29: das hier jetzt irgendwie auch doof.

00:22:30: also wer das noch glaubt bei solchen Vorsatz handelnden Personen der glaubt auch an den Weihnachtsmann und in Osterhasen kann er auch gerne machen.

00:22:38: aber ich hätte gern echte Resilienz in christianen Infrastruktur nur nicht solche sinnlosen Debatten.

00:22:44: Seit März, zwanzig, verpflichtet der Staat die Betreiber von kritischer Infrastruktur sogar mit einem neuen Gesetz mehr für die Sicherheit zu tun – das Kritis-Dachgesetz.

00:22:56: Aber bis die dazu nötigen Verordnungen geschrieben, umgesetzt und kontrolliert sind, könne es zwei Tausendfünfunddreißig werden befürchtet Artuk.

00:23:05: Vieles sei noch nicht geklärt und die Strafen bei Verstößen bis zu einer Million Euro seien zu geringen!

00:23:13: Es ist unklar, wer da drunter fällt.

00:23:15: Es bleibt unkler was die tun müssen und es ist un klar ob die dann überhaupt gezwungen werden und das Recht einzuhalten.

00:23:22: Dieses Gesetz ist sozusagen setzen sechs Minus weil das mit Vorsatz schlecht gestaltet und absolut desola.

00:23:32: Am Dienstag, Tag vier des Stromausfalls taucht im Internet erneut ein Bekennerschreiben auf.

00:23:38: eine Vulkangruppe reagiert auf die Russlands Spekulation man distanziert sich.

00:23:43: In dem Schreiben auf einem linksradikalen Leitziger Portal heißt es

00:23:47: ... Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen False-Black-Aktion eines ausländischen Staates sagen wir klar, diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch die eigene Ohnmacht zu kaschieren.

00:24:00: So zumindest die Interpretation der Extremisten.

00:24:04: Am Dienstag übernimmt die Bundesanwaltschaft schließlich die Ermittlungen im Fall des Brandanschlags wegen der besonderen Bedeutung des Fals.

00:24:12: Die Russland-Theorie ist damit endgültig vom Tisch.

00:24:16: Denn auch die Bundesanwaltschaft geht von einer linksterroristischen Tat

00:24:19: aus.

00:24:24: Der Schaden, den die Täter angerichtet haben, ist wie er aus Folge zwei wisst – komplex!

00:24:30: Viele entscheidende Kabel wurden zerstört.

00:24:32: Die Energie und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey gibt täglich Updates über die Reparatur auf ihrem Instagram-Kanal.

00:24:40: An Tag vier klingt es besonders dynamisch...

00:24:43: So,

00:24:43: wir sind heute hier

00:24:44: auf der Baustelle an der Kabelbrücke.

00:24:48: Man sieht Giffey in Winterjacke mit einem dicken Kabel in den Händen.

00:24:52: Sie blickt in eine tiefe Grube.

00:24:53: lässt sich alles genau erklären?

00:24:56: Die SPD-Politikerin ist einer derjenigen die in der Krise als Macherin glänzt und das während für andere dieser Stromausfall zum politischen Desaster wird.

00:25:06: aber dazu mehr in der nächsten Folge Bis Donnerstag, Nachtmittag, dass Berlin wieder Strom hat.

00:25:18: Das Wort Hoffen hört man häufiger in diesen Tagen.

00:25:23: Am Mittwochmorgen macht sich Bezirksbürgermeisterin Schellenberg wieder auf den Weg ins Rathaus im Zählendorf.

00:25:29: Immer noch sind mehr als zwanzigtausend Haushalte ohne Strom.

00:25:33: Tag fünf bricht

00:25:34: an.

00:25:35: Ich weiß noch das ich am Mittwoche Morgen aufgewacht bin und gedacht habe Und jetzt nochmal über einen Tag.

00:25:42: Das halten die Menschen da draußen auch einfach nicht aus.

00:25:46: Doch dann gibt es plötzlich eine schnelle Wendung!

00:25:49: Um acht Uhr vierzig sehe ich auf meinem Handy eine Eilmeldung des Tagespiegel.

00:25:54: Stromversorgung soll ab elf Uhr wieder hergestellt sein.

00:25:58: Mehr als ein Tag früher, als erwartet, soll der Strom also zurückkehren.

00:26:02: Schellenberg sitzt gerade im Rathaus in einer Videokonferenz, als sie davon hört.

00:26:07: Ich konnte zum ersten Augenblick gar nicht glauben.

00:26:09: Ich wollte es gar nicht glaube, weil ich Sorge hatte... Es ist eine große Erleichterung, dass wir jetzt so weit und so viel früher da schon starten konnten.

00:26:20: Kurz darauf um neununddreißig schrillen Berlinweit alle Handys.

00:26:27: Eine Nachricht erscheint auf den Displays.

00:26:29: Extreme Gefahr!

00:26:31: Achtung!

00:26:32: Warnung Stromausfall für Berlin.

00:26:36: Warum gibt es kurz nach der guten Nachricht schon wieder eine Warnmeldung?

00:26:41: Das erfahrt ihr in Folge Fünf Und wir sprechen über das Thema Nummer eins dieser Tage.

00:26:47: Es ist nicht die Rückkehr des Stroms, sondern eine Aussage des regierenden Bürgermeisters von Tag zwei des Stromausfalls.

00:27:02: Die politische Debatte, die daraus entsteht dreht sich um Tennis-Spiele und Verantwortung aber weniger um das eigentliche Thema der Stunde Resilienz.

00:27:13: Denn die werden wir brauchen!

00:27:15: Ein solcher Blackout durch Sabotage oder durch Naturkatastrophen ist laut der vielen Gespräche, die wir geführt haben schließlich nicht immer zu verhindern.

00:27:23: Wie werden wir also widerstandsfähiger?

00:27:26: Als Stadt als Land und jede einzelne von uns?

00:27:29: Das erfahrt ihr nächste Woche.

00:27:31: Diese Notfallplan ist für die ersten Momente oder für die erste Stunden super wichtig Und das hat fast keiner.

00:27:43: Wir freuen uns sehr, dass ihr bis hierher gehört habt.

00:27:46: Damit ihr keine Folge verpasst, abonniert hundertvier Stunden Blackout auf eurer Podcast-Plattform.

00:27:51: Erzählt euren Freunden davon und lasst gern ein Kommentar oder eine Bewertung da!

00:28:13: Valeria Semenyuk und Karsten Wiedemann.

00:28:17: Skript Sonja Gillardt und Julius Geiler.

00:28:20: Schnitt Elisabeth Kraft, Hilda Lücker und Marvin Schwarz.

00:28:26: Produktion Sounddesign und Musik Marvin Schwarz Mitarbeit Hilda Löcker Melanie Proband Sandra Schumann und Morten Wencek.

00:28:36: Redaktion Sydney Gennes und Sonja Gillardt.

00:28:40: Ein Dank geht an Laura Himmelreich Murmat Abdi Nassim Rath, Christina Plätt, Raissa Schreiner und Masha Fouquet.

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