Was ans Licht kommt, wenn der Strom wieder fließt (5/6)
Shownotes
Lügen, Tennis und Katastrophendemenz: Nach 104 Stunden ist der Strom im Südwesten der Hauptstadt zurück - doch der Berliner Blackout wird zur politischen Vertrauenskrise. Im Zentrum steht der Regierende Bürgermeister und die Frage, was er am ersten Tag der Krise gemacht hat. Dabei gerät eine entscheidende Frage in den Hintergrund: Was müssen wir aus dem Blackout lernen - und wie wird Deutschland krisenfester? Das Land, die Stadt und jeder von uns. Darum geht es in Folge 5 des Tagesspiegel-Podcasts „104h Blackout – wie verwundbar sind wir?“.
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Recherche: Boris Buchholz, Alexander Fröhlich, Julius Geiler, Sonja Gillert, Christian Latz, Sebastian Leber, Kai Müller, Anke Myrre, Christoph Papenhausen und Karsten Wiedemann
Skript: Sonja Gillert und Julius Geiler
Schnitt: Elisabeth Krafft, Hilda Lücker und Marvin Schwarz
Produktion, Sounddesign und Musik: Marvin Schwarz
Regie: Myriel Desgranges
Mitarbeit: Hilda Lücker, Melanie Probandt, Sandra Schumann, Myriel Desgranges und Morten Wenzek
Redaktion: Sidney Gennies und Sonja Gillert
Cover-Art: Manuel Kostrzynski
Ein Dank geht an Laura Himmelreich, Muhammad Abdi, Cristina Plett, Nassim Rad, Raissa Schreiner und Mascha Fouquet
Für das Sounddesign des Podcast wurde teilweise unterstützend KI eingesetzt.
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:13: Diese Nachricht bekommen die Berlinerinnen und Berliner, als der Strom endlich wieder fließen soll.
00:00:18: Am siebten Januar, ein Tag früher als erwartet, schrillen zum zweitmal binnen einer Woche Handys in der gesamten Hauptstadt.
00:00:26: Doch die Meldung verkündet keine Entwarnung sondern warnt schon wieder vor einem Stromausfall.
00:00:34: Immerhin, wer den Link der in der Nachricht zur extremen Gefahr mitgeschickt wurde öffnet, merkt doch kein neuer Stromausfall.
00:00:43: Es geht tatsächlich um die Wiedereinschaltung des Stroms und das was es jetzt zu beachten gilt.
00:00:49: Die Erklärung für die Verwirrung?
00:00:51: Man habe den voreingestellten Text nicht ändern können!
00:01:01: Am letzten Tag des Stromausfalls kommt sogar noch ein politisches Kommunikationsdesaster dazu.
00:01:07: Zumindest nennen es einige so, andere sprechen von Lügen.
00:01:11: Im Zentrum steht der regierende Bürgermeister der Hauptstadt.
00:01:14: Es geht um etwas Grundsätzliches – das Vertrauen in Politiker!
00:01:18: Es geht
00:01:19: Umglaubwürdigkeit.".
00:01:22: In der Debatte darüber gerät im Januar einen wenig aus dem Blick, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, echte Lehren aus den Blackout zu ziehen.
00:01:31: Albrecht Brömme, den Katastrophenschutzexperten überrascht das nicht.
00:01:35: Im Nachhinein Sachen natürlich die meisten.
00:01:37: ach so schlimm waren das einfach eigentlich alles ganz gut.
00:01:39: Ich glaube da setzt sie von mir formulierte Katastrophe-Demenz wieder konsequent ein.
00:01:45: Nach einem halben Jahr ist die Hälfte vergessen nach einem Jahr alles.
00:01:49: Es geht um unsere Widerstandsfähigkeit Die sogenannte Resilienz.
00:01:54: Mehrere Wissenschaftler kommen nach dem Berliner Blackout zu dem Urteil Bedingtresilient.
00:02:01: Sie sehen dringenden Handlungsbedarf für Resilienz und Krisenvorsorge in Deutschland.
00:02:06: Denn die Bedrohungslage für unsere kritische Infrastruktur ist hoch, der nächste Sabotageakt oder einfach ein schweres Unwetter kommen
00:02:15: bestimmt.".
00:02:16: Doch statt über Lehren aus dem Blackout zu diskutieren bricht in Berlin erst einmal der Wahlkampf aus.
00:02:22: Deswegen sprechen wir in dieser Folge darüber wie werden wir widerstandsfähiger also resilienter?
00:02:29: Als Stadt als Land und jeder einzelne von uns.
00:03:31: Am siebten Januar heilt durch die Straßen von Berlin-Zehlendorf eine Durchsage der Polizei auf die Zehntausende Menschen seit fünf Tagen warten.
00:03:40: Der Strom kommt zurück.
00:03:48: Kurz nach der Nachricht über die Rückkehr des Stroms bin ich unterwegs zur Kabelbaustelle an der argentinischen Allee.
00:03:57: Berlins regierender Bürgermeister von der CDU hat zum Presse-Termin geladen.
00:04:01: Kai Wegener schüttelt den Technikern und Bauarbeitern zufrieden die Hände.
00:04:05: Es ist immer noch eiskalt, aber die Sonne scheint.
00:04:08: Passanten kommen vorbei.
00:04:18: Einer der Sprecher von Stromnetz Berlin, Olaf Weidner verkündet an der Baugrube ganz offiziell und überraschend sachlich.
00:04:25: Ja ich glaube wir haben eine gute
00:04:27: Nachricht.
00:04:28: Ungefähr zwischen elf Uhr, dreizehn-
00:04:30: und elferdreißig
00:04:31: konnten
00:04:32: wir inzwischen
00:04:33: alle aushalten, alle Gewerber wieder zuschalten
00:04:36: das heißt deutlich früher
00:04:37: als erwartet.
00:04:38: aber es war einfach eine super Teamleistung von allen Beteiligten.
00:04:43: Nicht nur an der Kabelbaustelle, an der Argentinischen Allee in Berlin-Zehlendorf wird die gute Nachricht öffentlichkeitswirksam verkündet.
00:04:50: Die Wirtschafts- und Energiesenaturin Franziska Giffey von der SPD hat Journalisten zu einem Fototermin in die Zentrale des Netzbetreibers Stromnitz-Berlin geladen.
00:05:01: Man merkt an diesem Mittwochmorgen das in der Hauptstadt in diesem Jahr das Abgeordnetenhaus neu gewählt wird.
00:05:08: Der Blackout ist fast überstanden und im politischen Berlin scheint es um die Frage zu gehen, wer geht daraus als der große Krisenmanager hervor?
00:05:17: Wer war da?
00:05:18: Wer hat wann welche Hilfe organisiert.
00:05:22: Die Menschen in den zwanzigtausend Haushalten im Südwesten der Stadt, die am Mittwochmorgen noch vom Strom abgeschnitten waren für die geht das erst einmal um etwas anderes.
00:05:33: Wie lange dauert es, bis sich die positive Nachricht der Stromrückkehr auch an der eigenen Steckdose bemerkbar macht?
00:05:40: Mein Kollege Christoph Papenhausen läuft durch die Straßen Zählendorfs.
00:05:45: Also, ich bin vom Tagesspiegel und hier gerade unterwegs in dieser Straße um herauszufitten ob der Strom wieder an ist.
00:05:50: Haben Sie schon wieder Strom?
00:05:51: Ja
00:05:52: zum Glück gerade eben angegangen.
00:05:53: Und sind irgendwie die Sicherungen rausgeflogen?
00:05:56: Ist alles auf einmal wieder angegangen?
00:05:57: wie war der Moment?
00:05:58: Wir hatten zum Glück alles vorher
00:06:00: ausgestellt.
00:06:01: Sicherheitshalber damit
00:06:02: nichts
00:06:02: passiert.
00:06:03: Zum Glück ist jetzt erstmal wieder die Heizung angegangen.
00:06:05: das ist das wichtigste weil die Räume mittlerweile auf sechs Grad
00:06:08: runter sind.
00:06:09: Christoph geht von Haus zu Haus.
00:06:11: Die Heizung springt bei einigen Berlinern leider nicht einfach so an.
00:06:15: Besonders alte Geräte und Wärmekumpen sind häufiger betroffen.
00:06:19: Ein Problem ist, nicht immer wurde das Heizungswasser bei den Wärmekumpen abgelassen.
00:06:25: Berliner Heizumstechniker müssen die Aufträge nach Dringlichkeit priorisieren um der Lage gerecht zu werden.
00:06:31: Manch einer kann so trotz Strom tagelang nicht zurück in die Wohnung.
00:06:35: Auch die Schulen & Kitas bleiben aus technischen Gründen noch bis zum Ende der Woche geschlossen.
00:06:42: Trotz dieser Probleme ist es an diesem Mittwochmittag die gute Nachricht, das Hauptthema.
00:06:47: Der Strom ist zurück.
00:06:49: Kai Wegner zeigt sich bei der nun mehr täglichen Stromausfall-Pressekonferenz im Roten Rathaus bewegt.
00:06:55: Es ist eine große Erleichterung für die Berlinerinnen und Berliner.
00:06:59: Ja, ehrlicherweise auch eine große erleichterungen für uns, für mich ganz persönlich.
00:07:05: Und ich freu mich wahnsinnig, dass wir anderthalb Tage schneller ... sind als angekündigt und darüber bin ich wirklich sehr erleichtert.
00:07:15: Für einen Moment entsteht der Eindruck, diese überraschende Wendung könnte einiges überstrahlen.
00:07:21: Das Versagen bei der Verbreitung entscheidender Information in den ersten zwei Tagen bestromausfalls die Suche nach Schlüsseln für Turnhallen Bilder von wütenden Menschen in Notunterkünften das Gefühl dass der Blackout Teile der Berliner Verwaltung unvorbereitet getroffen hat.
00:07:39: Eine solche Katastrophe ist für Politikerinnen und Politiker auch immer eine Chance, sich als Krisenmanager zu profilieren.
00:07:47: Im Fall des Berliner Black Outs gibt es ums.
00:07:58: der RBB berichtet.
00:08:08: Jetzt kann man natürlich sagen, soll der Regierende doch ruhig Tennis spielen.
00:08:12: Den Strom kann er selbst nicht wieder herstellen.
00:08:15: Den Helferinnen und Helfern hätte er wohl nur im Weg gestanden.
00:08:18: Und offiziell zuständig sind bei so einer Krise als erstes der betroffene Bezirk und die Insinatoren.
00:08:25: Das Problem ist aber was Keil-Wegner gesagt hat.
00:08:29: Am ersten Tag des Stromausfalls sieht und hört man nichts vom regierenden Bürgermeister.
00:08:34: Am zweiten Tag tritt er dann zum ersten Mal in Erscheinung.
00:08:37: Im Coles Sports Center, der Notunterkunft mit den drei Pflegerbedürftigen.
00:08:42: Hören wir noch mal rein!
00:08:43: Herr Wegner, was haben Sie gestern
00:08:44: gemacht?
00:08:45: Wie haben sie den Tag verbracht?
00:08:46: Die Insenatorin
00:08:47: hat es ja beschrieben.
00:08:48: Wir haben
00:08:48: sehr gut
00:08:49: telefoniert ... Sie persönlich, was habe
00:08:50: ich hier gesagt?
00:08:52: Ich hab mit der Insenatoren telefoniert.
00:08:54: Ich hab
00:08:55: das
00:08:55: Stromnetz Berlin telefoniert und mit dem Bundeskanzleramt telefoniert um zu schauen, ob wir amtssichtige Bündnis wären.
00:09:02: Ich hab
00:09:03: mit dem Bundesinnenminister telefoniert.
00:09:06: Wir haben in ... ... dann
00:09:07: eine große
00:09:07: Schalte.
00:09:09: Der Grund für dieses Nachbohren der Journalisten bei der Pressekonferenz war ein Post, der sich auf der Plattform X verbreitete.
00:09:17: Darin wurde behauptet, dass Wegner mitten in einer Blackout-Krise Urlaub mache.
00:09:22: Und Sie haben das alles von zu Hause von Klade aus gemacht?
00:09:24: Oder warum
00:09:24: waren sie nicht vor Ort gewesen?
00:09:27: Absolut!
00:09:28: Ich war Zuhause und habe mich im Büro zu Hause
00:09:38: Eingeschlossen
00:09:39: im wahrsten Sinne und habe dann koordiniert.
00:09:42: Einmacher, ein Manager in der Krise!
00:09:44: Von einem Tennis-Spiel oder einer Pause war da keine Rede.
00:09:49: Unsere Kollegin Anke Mürre, stellvertretende Chefredakteurin und Autorin des Newsletters Tagesspiegel Checkpoint erinnert sich an Dene klar.
00:09:58: Ja, das war der Beginn einer beispiellosen Fehlkommunikation.
00:10:01: Die sich dann durch die ganze Woche zog und wie wir jetzt wissen auch noch durch die nächsten Monate.
00:10:06: Und es ist wichtig zu betonen dass es hier nicht darum geht ob Kai Wegener eine Stunde Tennis gespielt hat.
00:10:12: Wir wollen alle, dass unsere Politiker Menschen bleiben Dass sie sich Auszeiten nehmen.
00:10:16: und natürlich kann Kai Weigner samstags Sport machen.
00:10:19: Und es wäre auch aus meiner Sicht kein Problem gewesen, wenn er sich am Sonntagvormittag hingestellt hätte und gesagt hätte.
00:10:24: Ich habe die Lage falsch eingeschätzt oder ich hatte vielleicht nicht alle Informationen, die ich
00:10:28: brauche.".
00:10:29: Jetzt bin ich voll da!
00:10:30: Dann hätte darüber vermutlich auch niemand mehr lange gesprochen.
00:10:34: was eben nicht geht ist die Öffentlichkeit darüber im Unklaren zu lassen.
00:10:40: Wegner selbst gibt am Tag der Rückkehr des Stromes Weltfernsehen ein Interview.
00:10:45: Was er da sagt wird in den nächsten Wochen noch wichtig werden.
00:10:49: Ich habe in der Tat um acht Uhr acht begonnen, die Telefonate zu führen.
00:10:53: Ich habe mit den Krisenstämen telefoniert, mit Stromnetz.
00:10:56: Ich hab vor allen Dingen auch mit der Bundesregierung gesprochen – mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesinnenministerhab.
00:11:01: Die Voraussetzungen geschaffen, dass wir die Bundeswehr auch mit in diese Krisenbewältigung bekommen.
00:11:07: Und ja dann habe ich von dreizehn bis vierzehnt noch Tennis gespielt weil einfach den Kopf frei kriegen wollte.
00:11:12: Ich war die ganze Zeit erreichbar, auch als ich Tennis gespielt habe das Handy auf Laut
00:11:16: gestellt
00:11:17: bin danach sofort zurückgefahren und hab weiter
00:11:19: gearbeitet.".
00:11:21: Das verschwiegende Tennis-Match lässt grundsätzliche Zweifel an Wegners Glaubwürdigkeit aufkommen.
00:11:27: Auch der Tagesspiegel recherchiert weiter.
00:11:30: Es geht um die Frage was der Regierende überhaupt wann an Tag eins gemacht hat.
00:11:35: Das Rauszubekommen ist nicht einfach.
00:11:38: Erst nach einem Eilantrag des Tagespiegels vor dem Berliner Verwaltungsgericht gibt die Senatskanzlei diese Informationen
00:11:45: heraus.".
00:11:47: Ja, da ist ganz deutlich das hier der Eindruck erweckt wird.
00:11:49: ich habe sehr viel gearbeitet mit der Bundesregierung gesprochen – mit den Bundeskanzleramten und dem Bundesendenminister.
00:11:55: Und eben dann brauchte ich eine Pause!
00:11:58: Dann habe ich eine Stunde Sport gemacht.
00:12:01: Da wird also ganz eindeutig eine zeitliche Kausalität hergestellt.
00:12:05: Und weil das alles irgendwie nicht zusammenpasste, haben wir weiter
00:12:09: recherchiert.".
00:12:10: Die Senatskanzlei hat versucht die Informationen geheim zu halten.
00:12:13: Mit dem Hinweis ist handelt es sich um sensible Kommunikationsabläufe, die die Funktionsfähigkeit der Regierung beeinträchtigen könnten wenn sie öffentlich würden und stellte sich dann eben heraus Sie könnten lediglich den Ruf des regierenden Bürgermeisters als Krisenmanager beinträgtigen.
00:12:30: Nach dem Eilantrag unseres Kollegen Joost Müller-Neuhoff vor dem Berliner Verwaltungsgericht gab die Senatskanzlei dann schließlich doch den Tagesablauf des regierenden Bürgermeisters heraus.
00:12:40: Und danach war klar, es gab vor dem Tennis-Match keine Telefonate mit Stromnetz Berlin, keine Kontakte mit dem Kanzleramt und auch nicht mit dem Bundesinnenministerium.
00:12:50: Lediglich ein paar SMS mit der Innsenatorin einen Austausch mit der Senatskanstlei und ein Telefonat mit der Wirtschaftsenatorin Franziska Giffey.
00:12:59: Und damit war klar, Kai Wegener hat versucht die Öffentlichkeit zu täuschen und das mindestens zweimal.
00:13:07: Nach der Veröffentlichung der Recherche Mitte März gibt es bei der Senatspressekonferenz viele Fragen dazu.
00:13:14: Die Aussage des Regierenden geht immer in dieselbe Richtung.
00:13:18: Ich
00:13:18: glaube wirklich dass hierzu alles gesagt ist.
00:13:22: Bei mehrfach betonen sich mit diversen Stellen im Austausch war die Interpretation des Tagesspiegels entbehrt jeder Grundlage und demzufolge werde ich auch rechtliche Schritte prüfen lassen.
00:13:34: Noch am selben Abend hat ein Medienanwalt eine Pressemitteilung herausgegeben, darin hieß es man werde rechtliche Konsequenzen prüffen.
00:13:42: Von einer bewussten Täuschung in der Öffentlichkeit zu sprechen sei haltlos, hieß es da.
00:13:47: Ja wir haben bis heute nichts gehört und das liegt daran dass es an unserer Berichterstattung nichts auszusetzen gibt.
00:13:53: sie basiert lediglich auf Informationen die die Senatskanzlei selbst herausgegeben hat.
00:13:58: Die hat dann noch argumentiert dass Wegner in dem Interview keine Angaben zum Zeitablauf seiner Telefonate gemacht habe.
00:14:04: dies sei eine aus seiner Sicht unzulässige Interpretation Und es dauerte eine weitere Woche, bis Wegner die Öffentlichkeit dann doch um Entschuldigung bat.
00:14:14: Er sprach darin von kommunikativen Fehlern.
00:14:21: Mehr als zwei Monate nach dem Stromausfall am sechsohnzwanzigsten März hört man bei einer Sitzung im Abgeordnetenhaus folgendes vom Regierenden Bürgermeister.
00:14:30: Ich
00:14:31: habe bei der Kommunikation Fehler gemacht für die ich mich bei allen Berlinerinnen und Berliner entschuldigt.
00:14:39: und das will ich gerne in diesem Haus auch noch mal wiederholen.
00:14:47: Aus der Stromkrise wird eine Vertrauenskrise, gleichzeitig versuchen andere politische Parteien die Situation für sich zu nutzen.
00:14:56: Die BZ berichtet über eine interne E-Mail der Berliner Grünfraktion an die eigenen Abgeordneten, in der eine Kommunikationslinie vorgegeben wird Fokus auf CDU-Wegner als politisch verantwortliche Verführung und Krisenmanagement.
00:15:12: Nicht SPD gefei sprang!
00:15:15: Bei jedem Anlass solle laut Grün herausgestellt werden, Kai Wegner kann Krise nicht – und die TäterInnen.
00:15:23: Ermittlung soll nicht in den Mittelpunkt gestellt werden.
00:15:27: Der Blackout geht direkt in den Wahlkampf über.
00:15:31: Dabei drängt sich eine andere Frage auf, die vor lauter Schuldzuweisung Debatten um eine Verschärfung bei der Überwachung des Stromnetzes und Kampfansagen gegen den Linksextremismus unterzugehen droht.
00:15:44: Die Frage was eigentlich anders laufen muss damit wir beim nächsten Angriff auf die Stromversorgung besser vorbereitet sind oder wie der Krisenexperte Albrecht Brömme sagt?
00:15:55: Resilienz, Resilience, Resiliens.
00:15:58: Vier Wissenschaftler kommen in einer Analyse für die Bundesakademie für Sicherheitspolitik, eine Weiterbildungsakadie für Führungskräfte von Bund und Ländern zu dem Ergebnis.
00:16:09: Der Vorfall in Berlin sollte als Warnsignal und als
00:16:12: Übung
00:16:13: für den Ernstfall verstanden werden.
00:16:16: Der Ernst-Fall – so der Eindruck seitdem der Strom wieder fließt – ist für große Teile der Politik aber erst einmal die Abgeordnetenhauswahl im September.
00:16:26: Ist das also die Katastrophendemenz, von der Albrecht Brömme vorhin gesprochen hat?
00:16:35: Ein kurzer Hinweis in eigener Sache.
00:16:37: An diesem Podcast haben viele Journalistinnen des Tagesspiegels mitgearbeitet.
00:16:42: Solche Recherchen sind Teamarbeit und brauchen Zeit und Ressourcen.
00:16:46: Wenn ihr tiefgehenden und unabhängigen Journalismus unterstützen möchtet, dann könnt ihr das mit einem Tagessbiegel-Abo machen.
00:16:54: Damit ermöglicht Ihr Podcasts wie diesen Und ihr hört als Abonnenten die nächste Folge von hundertvier Stunden Blackout schon eine Woche früher.
00:17:03: Mehr Infos findet ihr unter tagespiegel.de slash Podcast-Abo und natürlich in den Shownotes!
00:17:13: Immerhin, Ende Januar wurde von der Senatskanzlei also auch von Kai Wegener eine vierköpfige Expertenkommission eingesetzt.
00:17:21: Sie soll klären was tatsächlich passieren muss damit Berlin zu einer Modellstadt der Krisenbewältigung werden kann Ein Vorbild für ganz Deutschland.
00:17:31: Wir haben in Deutschland leider so was wie Fenerkultur nicht ... Also, Fenerkultur heißt man muss bohren und wer welche Fenerk gemacht hat dann muss man auch solange bohre bis der sich kaputt gebohrt fühlt.
00:17:45: Ende Mai soll die Kommission ihre Ergebnisse präsentieren.
00:17:48: Die Senatsverwaltung hat bereits eine erste Liste mit Lehren aus dem Blackout vorgelegt zumindest mit Vorschlägen.
00:17:55: insgesamt sechsundsechzig Stück.
00:17:58: Da liest man zum einen von dem viel besprochenen Schutz für kritische Infrastruktur, wie z.B.
00:18:03: Videoüberwachung.
00:18:04: Zum anderen soll das Handynetz bei einem Stromausfall künftig für mindestens zwölf Stunden abgesichert sein.
00:18:10: Es sollen Notstromversorgungen und mehr Katastrophenschützer geben – vor allem klare Zuständigkeiten!
00:18:18: Resilienz ist auch Sache der Stromnetzbetreiber.
00:18:21: Da geht es zum Beispiel um die Redundanzen, ihr erinnert euch vielleicht an Folge zwei da haben wir darüber gesprochen das sind alternative Stromversorgung wenn ein Kabel gekappt ist.
00:18:32: was passieren muss erklärt Carsten Wiedemann unser Kollege vom Tagesspiegel Background Energy.
00:18:39: Das ist auf jeden Fall ein längerer Prozess dass mit den kabeln die gekappten werden neu verlegt werden müssen.
00:18:46: Und da muss man in die Zukunft natürlich denken, wie hier in Berlin.
00:18:49: Videoüberwachung ist ein Punkt.
00:18:50: Aber wie muss das Netz ausgebaut sein um Resilienter zu sein?
00:18:54: Da gibt es eben bestimmte Sachen, die man machen müsste.
00:18:57: Das ist dieses berühmte N minus eins.
00:19:00: Das heißt ja aktuell dass man Leitung dadurch absichert, dass daneben noch eine andere Leitung liegt.
00:19:06: Aber das hat man in diesem Fall ja hier gesehen.
00:19:08: Das bringt nichts, wenn dann auf einer Stelle alle Kabel rüberlaufen und dann heißt man muss N minus eins auch Geografen denken.
00:19:15: D.h.,
00:19:15: man muss vereinfacht gesagt einfach zwei oder drei Brücken bauen über die Kabel gehen weil es natürlich die Chance verringert dass sie alle drei gleichzeitig angegriffen werden.
00:19:24: Letztlich geht es beim Thema Resilienz auch ums Geld.
00:19:28: Immerhin, es gibt gute Nachrichten.
00:19:30: Das Bundesinnenministerium hat Mitte Mai bekanntgegeben, dass bis für die Stromnetzbetreiber etwas komplizierter ist mit den Investitionen in die Resilienz.
00:19:48: Die Stromnetzunternehmen dürfen nicht einfach investieren, sondern das wird von der Bundesnetzagentur festgelegt wie viel sie investieren dürfen.
00:19:55: Damit sie mehr investieren dürfen, auch in solche Themen wie Resilienz die dann irgendwie neu sind muss die Bundesnetzagentur dafür ein OK geben und muss das überhaupt vorsehen.
00:20:05: Bisher spielt das noch nicht so eine große Rolle.
00:20:07: Und deswegen ist jetzt Stromnetz Berlin mit der Bundesnetzagentur im Austauschen.
00:20:12: am Ende wird es natürlich darum gehen dass wir alle das mit bezahlen über die Stromnetzentgelte diesen Resilience Faktor des Feltern vielleicht mit ein paar Cent ins Gewicht.
00:20:21: Der Gouverneur der ukrainischen Region Kherson hat in Folge Vier berichtet, dass angesichts der ständigen Angriffe Russlands auf die Energieversorgung dort Solarenergie hilft das Netz widerstandsfähiger zu machen.
00:20:34: Wäre das auch eine Möglichkeit für Deutschland?
00:20:37: Ein dezentrales Energiesystem im Vergleich zu einem Zentralen also wenige Kraftwerke oder viele kleine Kraftwerken Das ist natürlich viel residenter oder auch schräger anzugreifen.
00:20:47: Natürlich ist dann das Management von so einem System, also die ganzen Anlagen aufeinander abzustimmen.
00:20:52: Da braucht es viel digitale Technik.
00:20:54: Das ist dann schon komplexer und das kostet auch Geld.
00:20:56: Aber was man eben anhand der Ukraine sozusagen im real Fall ja leider sehen kann Ist wie schnell sie auch reagieren können Wie die dezentrale Anlagen aufbauen wir die Netz immer wieder ans Laufen bringen.
00:21:10: Wenn man Albrecht Brömme fragt Was er nach dem Berliner Blackout ändern würde Dann ist er sehr klar in seinen Aussagen
00:21:18: Wir brauchen geschulte Entscheider und die brauchen wir an wenigen Stellen.
00:21:22: Wir haben in Berlin auch die schlecht organisierte
00:21:26: Verantwortungstiffusionen.".
00:21:28: Und es brauche vorab Informationen über Hilfsangebote, damit die Kommunikation nicht wie in Berlin in den ersten Stunden der Krise an ihre Grenzen stößt.
00:21:37: – aber vor allem braucht es einen besseren Überblick!
00:21:41: Der erste Schritt ist, wir brauchen ein sehr gutes Lagebild was diesen Namen verdient.
00:21:46: Also wie sieht's aus mit den Touristen?
00:21:48: Wie sieht es aus mit der Bahn und die Wirtschaft?
00:21:51: Welche Lager sind gerade schwierig?
00:21:54: Wie gehts mit der Erdölversorgung?
00:21:56: Was ist wenn ein Erdöllager brennt?
00:21:59: haben wir dann noch genug für andere?
00:22:01: also dieser Zustand für diese Riesenstadt das ist ja Molloch.
00:22:06: In diesem Mollach leben sehr viele Menschen Und letztlich kommt es beim Thema Resilienz auch darauf an, dass jeder Einzelne davon auf eine Krise wie den Stromausfall vorbereitet ist.
00:22:18: Was das für uns bedeutet hat Brömme Für Sonja und mich auf Gelden diener vier Zetteln ausgedruckt.
00:22:24: Ich hab noch ne Niste mitgebracht.
00:22:27: in der Tasche, steht Trillerpfeife.
00:22:31: Haben Sie die noch?
00:22:32: Können wir da drauf gucken?
00:22:34: Tipps
00:22:35: zu persönlichen Krisenvorsorge steht darauf Und da sind neben einer Trillerpfeife natürlich auch noch jede Menge andere Dinge vermerkt.
00:22:43: Auch Instantbrühe, faltbare Wasserkanister und vieles
00:22:46: mehr.".
00:22:47: Das Ziel solcher Listen?
00:22:49: Zehn Tage klarkommen ohne Einkaufen zu gehen, ohne Wasser, ohne Strom!
00:22:55: Nur etwa vierzig Prozent der Deutschen sind auf eine solche zehntägige Krise vorbereitet – das hat eine Umfrage von Infratest Diemab im Dezember-Zweißundfünfundzwanzig ergeben.
00:23:07: Wir wollten genauer wissen, was gut vorbereitet sein eigentlich heißt.
00:23:11: Deswegen haben wir nach einem Krisenvorbereitungstraining gesucht und sind bei Birgit Eberlin vom Arbeiter-Samariterbund in Berlin-Neukölln gelandet.
00:23:20: Auch der Arbeiter Samariterbunt war während des Stromausfalls im Berliner Einsatz.
00:23:25: Eberlín spürt die Folgen des Blackouts.
00:23:28: Vor ein paar Jahren hatte ich dann welche, die kamen und haben gesagt.
00:23:33: Einer weiß, dass ich hier bin, die halten mich für verrückt wenn ich hier jetzt vorsorge.
00:23:38: aber das ist überhaupt nicht mehr so sondern jetzt kommen sie ganz selbstbewusst und sagen es ist ja nötig weil so viel auch passiert ist und deswegen wissen Sie, dass man es
00:23:47: braucht.".
00:23:48: Dabei war im Januar immerhin nur einen Teil der Stadt betroffen und man konnte auch in andere Stadtteile ausweichen
00:23:55: Aber ständig vor, es ist ganz Berlin Kein Supermarkt macht mehr auf.
00:24:00: Das ist ja der Wahnsinn, die können nicht bezahlen.
00:24:02: Die Kühlgeräte gehen aus, solche Sachen als hygienische Zustände.
00:24:07: Die Müller vorfunktioniert nicht mehr.
00:24:08: Es ist unglaublich, wenn das wirklich im großen Rahmen ist und es mal gelübt, dass das nur so wenig
00:24:14: war.".
00:24:15: Eberlin fällt in ihren Vorsorge-Kursen immer wieder auf – die Angst vor einer Katastrophe ist groß!
00:24:21: Und da geht's auch oft um mehr als um einen Stromausfall.
00:24:25: Also Angst vom Krieg haben ganz viele Leute.
00:24:28: Das trauen sie sich ja vielleicht erst mal nicht so zu sagen, ich spreche dann das kurz an und dann merke ich einen Aufatmen, dass ich das überhaupt anspreche und dann kann da auch drüber geredet
00:24:39: werden.".
00:24:41: Tatsächlich zeigen auch Daten, dass die Angst vor dem Kriegsfall in Deutschland in den letzten Jahren vor allem seit Jahrzehntausendzweiundzwanzig zugenommen hat.
00:24:50: Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben in einer Umfrage an, dass sie sich große Sorgen machen, dass Deutschland in militärische Konflikte hineingezogen werden könnte.
00:25:02: In einem solchen Fall ist die Krisenvorsorge jedes Einzelnen besonders entscheidend.
00:25:08: Wenn unsere
00:25:09: Bundeswehr an einer NATO-Außengrenze eingesetzt würde, kann ja nur so gut sein wie wir Resilienz sind.
00:25:15: wenn die Bevölkerung ganz viel Hilfe braucht Auch die Bundeswehr damit eingespannt ist, kann sie da weniger leisten.
00:25:22: Und deswegen ist es so wichtig, dass wir mindestens zehn Tage zu Hause alleine klarkommen.
00:25:28: und es gibt eine Statistik des Statistischen Bundesans, die sagt im Durchschnitt kann der Bürger die Bürgerin zwei Tage ohne Einkaufen auskommen das natürlich viel zu
00:25:38: wenig.
00:25:39: Das bedeutet laut der Informationsbroschüre des Bundesamtes für Katastrophenvorsorge- und Bevölkerungsschutz zum Beispiel ganz konkret pro Tag, pro Person mindestens zwei Liter Wasser vorrätig zu haben.
00:25:53: Das sind achtzig Liter Wasser für eine vielköpfige Familie – viel wenn man in einer kleinen Wohnung lebt!
00:26:00: Doch ausreichend Wasser-, Kneckebrot-Dosensuppe usw.
00:26:04: sind nur ein Aspekt um resilienter zu werden.
00:26:07: Wie der Blackout gezeigt hat ist ein großes Problem, wenn in der Krise Informationen fehlen.
00:26:14: Beispielsweise, ich arbeite am anderen Ende der Stadt in den Kita überall.
00:26:18: Es fährt jetzt überall eine Strom aus im Hort.
00:26:20: Es gibt keinen Strom.
00:26:21: Im Grunde müssen die schließen und erziehen.
00:26:23: Sie haben eigentlich auch nach Hause selber Kinder.
00:26:26: Und es ist gar nichts geregelt.
00:26:29: Ich kann mein Kind nicht erreichen oder telefonieren.
00:26:32: Diese Unmöglichkeit der Kommunikation ist das größte Hindernis.
00:26:37: Das müsse man vorab alles besprechen und mit Kita, Schule und Familie einen Notfallplan machen.
00:26:43: Und natürlich im Vorfeld auch klären, wo es im Ernst Fall Hilfe gibt!
00:27:00: Im besten Fall sind wir also bei einem Blackout so gut vorbereitet, dass uns das gar nicht wirklich aus unserem Alltag reißt.
00:27:09: Wir haben bei den Menschen die ihr im Podcast kennengelernt habt nachgefragt was sie nach dem Stromausfall konkret verändert haben
00:27:18: Auch bei Maren Schellenberg der Bürgermeisterin des betroffenen Bezirks Steglitz-Zehlendorf Ihre Kollegen aus dem Katastrophenschutz des Bezirk bekommen solche Anfragen jetzt öfter von anderen Kommunen sogar aus den Niederlanden, erzählt Schellenberg.
00:27:33: Dass wir so abhängig vom Strom
00:27:35: sind
00:27:36: in dieser Form war mir in der Form nicht wirklich
00:27:40: bewusst.
00:27:41: Ich wusste zwar wenn Stromausfall ist schwierig und Heizen ist auch schwierig aber das so gar nichts mehr funktioniert hat mich etwas
00:27:49: entsetzt.
00:27:51: andererseits haben wir glaube ich alle daraus gelernt dass wir an vielen Punkten besser vorsorgen müssen.
00:27:59: Für den Bezirk bedeutet das ganz konkret, die vom Berliner Senat angekündigten weiteren Stellen für den Katastrophenschutz zu besetzen.
00:28:07: Außerdem wurde im Rathaus Seelendorf eine Wunschliste geschrieben.
00:28:11: Darauf stehen unter anderem Notstromaggregate, Wärmenzelte und mehr Funkgeräte.
00:28:16: Und dann wären da noch die Probleme mit der Informationsverbreitung.
00:28:20: Wer hat welchen Schlüssel zu welcher Seniorenfreizeiteinrichtung?
00:28:24: Wer hat die Telefonnummer
00:28:25: in aller Pflegeeinrichtung und solche Dinge?
00:28:28: Das ist aber was, was wir intern klären müssen.
00:28:32: Wir fragen auch Walter Seiler, den Geschäftsführer des Hospices in Wannsee, der es unter schwersten Bedingungen geschafft hat, die vierzehnt totkranken Bewohner zu evakuieren.
00:28:42: Welche Lehren hat er gezogen?
00:28:44: Auch Wochen später wird er noch emotional wenn er über die Blackout-Tage spricht.
00:28:49: Alle haben überlebt.
00:28:50: das war erst mal ein Geschenk dass in dieser Zeit niemand verstorben ist.
00:28:53: Und bei drei Gästen, als der Aufzug oben aufging und die wurden mit der Fahre vom Rettungssanitäter reingefahren, flossen die Tränen.
00:29:01: Und dreimal ähnliche Worte – ich bin so froh wieder zu Hause zu sein!
00:29:05: Das waren wirklich sehr berührende Augenblicke.
00:29:08: Seiler will nach dem Vorfall folgendes umsetzen.
00:29:11: Neue Akkuleuchten auf den Fluren einen Notfallplan für die Mitarbeiter und das Hospiz bekommt eine Außensteckdose.
00:29:20: Dass wir über diese Einspeisungen einen Generator anschließen können um wenigstens die nötigste Stromversorgung zu haben.
00:29:26: Das ist jetzt eine unmittelbare
00:29:28: Auswirkung.".
00:29:29: Auch Andreas Thompson, dessen Leben von einem Beatmungsgerät abhängt hat der Blackout geprägt.
00:29:35: Seine Geschichte haben wir in Folge eins erzählt.
00:29:38: Sein Notstromakku hatte nur noch für zwei Minuten Energie als er von den Rettungskräften endlich ein Ersatzgerät bekam.
00:29:46: Thompson kann erst Wochen später in seine Wohnung mit Blick auf den Wannsee zurückkehren.
00:29:51: Durch eine eingefrorene Leitung ist ein Wasserschaden entstanden, er hat nach dem Stromausfall aufgerüstet.
00:29:57: Ja ich hab
00:29:58: jetzt die Batterie,
00:30:00: die zwanzig Stunden läuft
00:30:02: und ich
00:30:02: werde
00:30:03: mir tatsächlich auch eine
00:30:06: Geratokoft.
00:30:08: Doch noch etwas anderes macht Thompson Gedanken der Aufzug, den er braucht um mit dem Rollstuhl die Wohnung im zweiten Stock zu verlassen.
00:30:16: Ohne ihn ist er quasi eingesperrt.
00:30:18: Eigentlich würde ich jetzt nicht mehr hier
00:30:21: sein, wenn ich hier
00:30:22: in Wannsee
00:30:23: die Erdgeschosswurrufe finde
00:30:26: und ziehe dahin
00:30:27: um.
00:30:32: Der Strom ist wieder da und dieser Podcast ist am Ende.
00:30:36: Doch nicht ganz!
00:30:38: Die langen Tage bei Minusgraden ohne Strom- und Heizung haben nämlich eines deutlich gemacht – etwas das gut funktioniert.
00:30:46: In der Notlage gab es eine entscheidende und beeindruckende Kraft.
00:30:50: Und das gibt Albrecht Brömmer Hoffnung.
00:30:53: Was ist denn, wenn wirklich mal für ganz Berlin ... Für zehn Tage der Strom ausfällt?
00:30:58: Was ist dann
00:31:00: da?
00:31:00: Die einen Sachen bricht ein Bürgerkrieg raus und ich die anderen sagen, dann ist umso mehr die Hilfsbereitschaft der Berliner und Berlinerinnen gefordert.
00:31:09: Ich tentiere zuletzt drin!
00:31:11: Schon die fünf-Tage-Stromausfall in einem Teil Berlins haben die Menschen zusammengebracht.
00:31:17: Und jetzt droht es hier ein bisschen kitschig zu werden, bei all den Problemen, die es gab!
00:31:22: Letztlich haben wir immer wieder gehört – die Rettungskräfte, die Ehrenamtlichen, die Nachbarn, Freunde und Familie.
00:31:30: Sie alle haben geholfen, einen großartigen Job gemacht.
00:31:37: Einige dieser Menschen, die im Januar einfach so geholpen haben… Die hört ihr jetzt...
00:31:43: Es hat Spaß gemacht.
00:31:45: Man hatte ein gutes Gefühl, anderen zu helfen.
00:31:47: Na
00:31:47: ich denke einfach es hätte mich genauso
00:31:49: treffen können und dann würde
00:31:51: ich mich freuen wenn's auch
00:31:52: jemand gäbe der
00:31:53: uns dann helfen würde.
00:31:54: Hat mir
00:31:54: viel Freude bereitet hier
00:31:57: ja mit den Leuten umzugehen was zu organisieren das in die Gänge
00:32:02: zu bringen was dem Menschen wirklich geholfen
00:32:05: hat.
00:32:05: Das war großartig
00:32:06: ganz
00:32:06: großartige!
00:32:11: Da ist noch eine Sache Am Mittwochabend um zwanzig Uhr schrillen die Handys in Berlin wieder auf, zum dritten Mal in dieser Januarwoche.
00:32:23: Diesmal ist es auf den Displays zu lesen Gefahreninformation Entwarnung.
00:32:28: Die Warnung ist aufgehoben.
00:32:31: Der längste Stromausfall Berlins In der Nachkriegsgeschichte ist offiziell vorbei.
00:32:36: Doch die Aufgabe Deutschland Krisenfest zu machen hat gerade erst begonnen.
00:32:44: Wir freuen uns dass ihr bis hierher gehört habt.
00:32:47: Eine Folge haben wir noch, und darin geht es um euch.
00:32:51: Ihr habt uns Mails und Nachrichten geschickt mit euren Fragen zur Krisenvorsorge und zum Katastrophenschutz.
00:32:58: In der nächsten Folge stellen wir eure Fragen Experten!
00:33:02: Falls ihr dazu noch etwas ergänzen wollt, meldet euch unbedingt bei uns unter podcastetagespiegel.de.
00:33:09: Eine Bitte noch zum Schluss – wenn ihr hundert vier Stunden Blackout mögt, dann erzählt auch anderen davon Und lasst gerne eine Bewertung und einen Kommentar auf den Podcast-Plattform für uns da.
00:33:49: Elisabeth Kraft, Hilda Lücker und Marvin Schwarz.
00:33:54: Produktion, Sounddesign und Musik?
00:33:56: Marvin Schwarz.
00:33:58: Mitarbeit?
00:33:59: Hilda Löcker, Melanie Probandt, Sandra Schumann und Morten Wendzeck.
00:34:04: Redaktion?
00:34:05: Sydney Gennes und Sonja Gillert.
00:34:08: Ein Dank geht an Laura Himmelreich, Murmad Abdi, Nassim Rath, Christina Plätt, Raissa Schreiner und Masha Fouquet.
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